ReThi(nk)Care!?

Das Thema technischer und robotischer Assistenzsysteme im Pflegekontext gewinnt zunehmend an Bedeutung, der Diskurs wird jedoch vielfach dominiert durch die in Forschung und journalistischen Medien präsenten Bilder humanoider Roboter. Neben Fragen der technischen Machbarkeit und Kosten-Nutzen Relationen stellen sich erhebliche moralisch-ethische Fragen:

Welche Konsequenzen hat die automatisierte Unterstützung von Pflegeabläufen für die Lebensqualität und Würde der Betreuten? Wie und für welche Anwendungsfälle können robotische Assistenzsysteme adäquat gestaltet werden?

Das Projekt ReThinkCare geht von einer pragmatischen Definition von ‘Robotik’ als adaptive Aktor-Sensor Systeme aus, welche den Blick auf einen neuen Denkraum intelligenter robotischer Helfer-Maschinen öffnet. Das Projekt nutzt einen benutzerorientierten, kreativen Design- und Entwicklungsansatz sowie designorientierte Methoden des Rapid Prototypings, um neue Möglichkeiten für Pflegetechnologien aufzuzeigen, die die Pflegenden unterstützen und die Lebensqualität der Betreuten fördern. Ziel ist, ein breites Spektrum von Anwendungsszenarien und Konzepten zu identifizieren, sowie prototypische Umsetzungen zu entwickeln und erproben. Die Entwicklung von Assistenzsystemen mit autonom gesteuerten Freiheitsgraden umfasst auch die Gestaltung proaktiver und anpassungsfähiger Verhaltensmuster, sowie von Steuerungssystemen, die eine geteilte Kontrolle zwischen Mensch und Roboter ermöglichen. Einen Schwerpunkt des Projekts bildet zudem die Erforschung von Methoden und Ansätzen für interdisziplinäre Kooperation, die zum angemessenen Design technischer Lösungen von Robotern für den Pflegekontext führt – in Bezug auf Aussehen, intelligentes Verhalten, Verortung und Einbettung in den sozialen Kontext der Nutzung. Im Projekt kooperieren Robotiker, Machine-Learning Spezialisten, Produktdesigner, Soziologen, und Mensch-Computer Interaktionsexperten. Weitere Informationen: https://www.uni-weimar.de/de/medien/professuren/medieninformatik/human-computer-interaction/forschung/forschungsprojekte/

About ReThiCare:

ReThiCare (ReThinking Care Robotics) will be led by the HCI group and is a joint interdisciplinary project with BUW’s Product Design area (Prof. Wolfgang Sattler), the University of Southern Denmarks Robotics group at The Maersk Mc-Kinney Moller Institute (Prof. Norbert Krüger) and sociologist Dr. Andreas Bischof at TU Chemnitz. RethiCare will explore the design space of non-anthropormorphic, robotic helper machines and devices (which, for instance, integrate with everyday objects and furniture) for the context of care homes.

To re-shape research and design practices and to develop alternative visions for robots in care, new interdisciplinary collaborations and new methods of design and evaluation are needed. The project’s interdisciplinary constellation will enable us to re-think from the ground up what care-robotics should look like and ‘do’, using contemporary design methods in a rapid prototyping, design-driven approach. It will apply a user-centered, creative design and development approach in close collaboration with users (2 care institutions as associated partners), guided by principles of universal design, flanked with an integrated science-technology-studies perspective.

Partner:
Bauhaus-Universität Weimar (Fakultät Kunst & Gestaltung und Fakultät Medien)
Technische Universität Chemnitz (Professur Medieninformatik)
SDU – University of Southern Denmark

Funded by / gefördert durch die Volkswagenstiftung:

Funding Period / Förderzeitraum: April 2019 – April 2022